die zukunft der krise – und dann?

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Evelyn Schalk ◄


Als wir das Thema unter druck für die kommende ausreißer-Ausgabe festlegten, konnten wir nicht ahnen, welche Aktualität dieses noch erfahren sollte. Unmittelbar nach Redaktionsschluss katapultierte der Ausbruch der Corona-Pandemie die ganze Welt in eine so nie dagewesene Krise, die seither andauert.

Auch wir mussten uns in dieser Situation erst zurechtfinden – auf persönlicher, struktureller und ökonomischer Ebene. Wir haben uns dazu entschlossen, nicht kurzfristig zu reagieren, sondern die Entwicklungen vielschichtig und tiefgreifend aus journalistischen, literarischen, künstlerischen und gesellschaftlichen Perspektiven zu reflektieren. Daraus ist diese Doppelausgabe entstanden, als Zwischenschritt sozusagen, denn auch darüber hinaus wird die Auseinandersetzung andauern (müssen). Ihr seht also die (erweiterte) Ausgabe #93 plakatiert vor euch und findet sie als vollständige Doppelnummer #93/#94 als Faltausgabe sowie online. So können wir sowohl den vorab themenbezogenen als auch den in direktem Bezug zu Covid-19 entstandenen Beiträgen eine entsprechende Publikationsplattform bieten.

Unmittelbar mit Ausbruch der Pandemie im März haben wir auf unserem Blog https://tatsachen.at die Interview-Serie Stimmen aus der Krise, Stimmen gegen die Krise gestartet, um die Vielschichtigkeit der Situationen, Zugänge und Perspektiven sichtbar zu machen. Denn Corona trifft und betrifft zwar die ganze Welt, aber es trifft nicht alle gleich. Seither ist ca. einmal pro Woche ein Interview erschienen. Wir setzen die Serie fort – um erweiterte Distanzen ebenso zu überbrücken wie geschlossene Grenzen, aber auch rote Linien aufzeigen und wenig beachtete Stimmen hörbar, lesbar zu machen.

Aber es gibt noch eine weitere Neuigkeit:

Parallel zu alldem haben wir den Relaunch unserer Homepage abgeschlossen und freuen uns sehr, euch einzuladen, den ausreißer online neu, wieder oder auch erstmals zu entdecken. Die Adresse ist die gleiche geblieben, ihr findet uns auf https://ausreisser.mur.at

Da auch für uns diese Zeit eine drastische Verschärfung ohnehin schon prekärer Um- und Zustände mit sich bringt und die zusätzlichen Produktionen viel Zeit, Aufwand und Arbeit kosten, haben wir außerdem ein Solidaritäts-Abo-Modell ins Leben gerufen. Selbstverständlich gibt es den ausreißer auch weiterhin kostenfrei an den Wänden, gefaltet zum Mitnehmen sowie online. Wer uns jedoch unterstützen kann und möchte, hat ab sofort die Möglichkeit, die jeweils aktuelle Faltausgabe direkt nach Hause geliefert zu bekommen. Damit helft ihr uns, auch in Zukunft als kritisches und offenes Medium stark verankert weiterarbeiten zu können, denn gerade in der aktuellen Situation ist unabhängiges, pluralistisches Publizieren wichtiger denn je. Details hier: https://ausreisser.mur.at/support.

Last but not least möchten wir noch auf die Titelseite dieser Ausgabe hinweisen: Die Zeichnung ist Teil einer tagebuchartigen Serie der Künstlerin Barbara Philipp, in der sie mediale Bilder und Sprachen unmittelbar mit persönlichen und emotionalen Referenzen verschränkt und darin als genaue Beobachterin von Einzeldetails ein vielfältiges Kaleidoskop dieser schwer fassbaren Zeit schafft. Mehr darüber findet ihr im 6. Teil unserer Interview-Serie in der Faltausgabe sowie gesamt auf https://tatsachen.at.

In diesem Sinne wünschen wir euch, dass ihr diese Krise zwar sicher nicht unverändert, aber so unbeschadet wie möglich übersteht und mit vereinten Kräften dazu beitragt, dass die neue Normalität nicht mehr, sondern weniger soziale Distanz bedeutet als die alte.

Evelyn Schalk & die gesamte
ausreißer-Redaktion


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