Skip to content. Skip to navigation
Verein zur Förderung von Medienvielfalt und freier Berichterstattung

ausreißer - die grazer wandzeitung

Sections
You are here: Home online-ausreisser das schallende harras

ausgabe #69. remix. kai pohl

das schallende harras

 

Poète maudit der zuckenden Zunft, Leitlicht deiner Fährnis ist der Rinnstein, kippst du fröhlich Alk hinein, gleitest von Wahn zu Wahn, von Illusion zu Andersartigkeit … Kurz vor Ausbruch des spuckenden Spasmas kellnern noch Schwarze Witwen in Buden, die dir über sind, weil dein Schritt nur den Hall- und Hecheleffekt einer verpißten, auf Grund gesetzten Glorie nachahmt, anstatt reinzurocken in die Ölschinken im drogenverseuchten Habitus – so wäre die ferne Zukunft versorgt mit Magiern, Meistern und Mätressen der Matratzenkultdichtung.

Im übrigen gebe ich offen zu, daß neben Raoul Hausmann Baron Müller liegt. Wer ist das neben Moritz von Schwind? Ich sehe Andreas Neumeister geistesverwirrt am Horizont, gleich einem dokufiktionalen Betriebsrat den Crack in Szene setzen, gehetzt im Regiestuhl, ganz Marschall von Ranicki selbst (auf der schizophrenen Straße in die hohle Menge verbalkotieren, durchdrehen bis zum Exzeß).

Gagaismus 89 Jahre später, dort, wo niemand ihm entgeht und nur er allein das Mittel besitzt, die Bullen eiskalt abzuschocken. Ansonsten erkläre ich den Ansatz „Humanoides Terrarium im Alpha-Omega-Raum“ für gescheitert, unendlich verstrickt in die Wüste, ohne Rebe & Rauch durch die Praxis, alles Verfaßte – mehr noch die Zeit selbst – für ungültig zu erklären, und somit alles Verfaßte einzig für das schallende Harras niederzuschreiben – für keinen Zweck sonst.

Der Autor ist arm und vergessen, umstritten, verstorben, unverstanden – na, wenn das nicht alles dreist zusammengelogen ist! Zur Genüge ist es bekannt, daß heutzutage die Machthaber alle Hebel in Händen halten, für ihr gewissensloses Getue notfalls über die eigene Leiche zu gehen.

Bis dato lassen wir uns dieses Affentheater gefallen, aber es knirscht immer lauter in den Gummizellen der Reinkarnation. Es ist nicht viel verlangt, vom üblichen Blabla auf hochintellektuellen Gagaismus umzuschalten, die Methode ist bekannt: Einfach mal wieder Hall reinpfeifen, dann turnt’s im Blut wie kochendes Koks. Ins Feld damit, ihr männischen Weiber von Windsor, in Unterwäsche, nerogleich, als Milchbubis mit Rasiermessern!

Noch aber gilt die StVO, die Impertinenz der Toleranz, der Eindruck von krankhaftem Vergnügen, an den Hintertüren der guten Gesellschaft Schlange zu stehen, vertrocknete Geister des ehemals Großen, die Lemminge sind auf der Spur! Schatten voller Kraftquallenstechen, in nervös zuckenden Beatbohnen vergnügen sich formbare Gleitcremefetische, in Sakko wie Mantelumfang als Hirnhinterstübchen beklammert, verwest das Urübel in der Unterhose des bajuwarischen Schutzmanns.

Trockenlegung des Hirns durch Puderzucker, Erinnerungsstrophen des rückwärts gesungenen Reims über windschiefen Dächern, das mißratene Sein zum apokalyptischen Rauhreif; situationistisch fällt der Arm vom Tisch in die magnetisierte Masse, deren Fernziel der Urlaub in polnischen Pilzlagern ist, die Zukunft in der Galeere … Hineingestoßen in den Rausch der Kuschelmuschelmoschusgierschmelone gleitet der Herr treppunter zur Dusche, wälzt sich in Buchstaben, trennt Haut von Hirn (aus der Sicht eines Türspions). Die Post erledigt derweil Aufträge niederer Güte in Kästen aus Duchampschen Gedankenbrutstätten auf das entfernte Ziel hin, einer Logik zuwiderzuhandeln, deren Ende beginnend von vorn mit dem Wort es bewegt sich doch

Was bewegt sich da? Knochen, die gen Wolken steigen, die wie Krückstocklahme das Weltgeschehen abschreiten, diesen eisigen Hohlkörper, der demnächst zur planetarischen Neuausrichtung treiben wird. Bakunin sticht seine Gabel in die Tränen der Divina Commedia, bricht seinen Stolz anstelle der Logik in Richtung Unterwanderung der von allen Seiten umzingelten Burg.

Die Pest bricht aus weichen, seltsam verzerrten Stimmlagen am Nabel der Kosmogenese. Der Bundeskanzler am Grill, die Engländer feiern Sektempfang, Beleckung der zuckenden Früchte. Aus Riesenzirkus wird Toleranzgeschwindigkeit, im Weiberrock stiert Delmenhorst auf die Veräscherung des Osmanenbrauhauses, Nachtmahre ziehen und zeigen Risse, Frontadlergesinnung. Hinten hineingeschoben gilt Vorsichtsmaßnahme für die Beschaffung des Rotstichs und befühlt magmatische Ströme im Dauerregen der Zukunft zum Drunterherschießen für den nachmalig geduldsfiebernden Geltungsmaßnahmendrang der verkotkörperten Ich-Tapete. Die Umkehr der Affenbande im Raketenstandard, entwirrte Körperlichkeit inmitten – und zack! Verderbtheit des aufblitzenden selbst darzulegenden Lebens, Knockout der gesellschaftlichen … „Ginggong! Heldenzeitschrift liegt aus!“ – Die letzte Vorstellung breitarschwendig getestet am Bein von Mademoiselle, dessen Fanatik in die Geheimfächer der Scheinbarkeit hineingeschoben ist & bleibt.

 

Geraffter Remix des Textes Benzinener Boulevard von Hendrik Nijmeijer.


Kai Pohl

« December 2017 »
Su Mo Tu We Th Fr Sa
1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31
 

Powered by Plone, the Open Source Content Management System