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ausgabe #7. kolumne. mike markart



einheitsfrisuren, folterkammern

 Teil 7



Die xenophobische Grundneigung des österreichischen Volkes wird von der Kronen Tsai Tung fast täglich bedient. Der Krone-Leser weiß inzwischen, dass alle Schwarzafrikaner Drogendealer sind und dass gegen einen EU-Beitritt der Türken eine Volksabstimmung ganz dringend notwendig ist. Dass DIE uns schon mehrmals überrennen wollten und dementsprechend Vorsicht geboten sei (1529 und 1683) weiß ja auch lautstark der Grazer ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl. Weiß Gott, was in solchen Ländern noch vor sich geht!
Foltern und so.
Unterdrückung.
Im Linzer Polizei-Anhaltezentrum starb vor kurzem der 18jährige Schubhäftling Yankuba Ceesay aus Gambia. In einem Raum, der mit einer speziellen Heizung ausgestattet ist, welche es ermöglicht, die Raumtemperatur auf 45 Grad Celsius anzuheben. Wozu kann so ein Raum, so eine Vorrichtung gut sein? Außer dazu, Menschen vorsätzlich zu quälen? Denn der sozialen Kälte, die vor Jahren damit Einzug hielt, dass eine schwächelnde ÖVP sich mit Haiders Nazi-FPÖ zusammentat, um Österreich auf ihre Art zu regieren, kann man damit ja schwerlich begegnen wollen.
Also existieren in Österreich offensichtlich noch immer Folterkammern. Darüber, was in ihnen passiert, tagtäglich, schweigen jene, die sich ihrer bedienen. Eine gleichgeschaltete Exekutive, mit Einheitsfrisuren und dem ein und derselben Denkkammer entsprungenen Weltbild von Ordnung und Anstand, hatte schon immer ein Auge auf jene, die auf den ersten Blick als Außenseiter dieser Gesellschaft zu erkennen sind.
Ich wurde im Laufe meines Lebens ungewöhnlich oft kontrolliert. Beim Spazierengehen in der Grazer Innenstadt.
Zum Beispiel. Schon als Jugendlicher.
Lenker- und Fahrzeugkontrollen nehmen in Bezug auf meine Person gegebenenfalls epische Ausmaße an.
Diese Aufmerksamkeit, die mir zuteil wird, hat mich jedoch immer wieder belustigt. (Fotos unter: http://members.aon.at/markart_mike/galerie.htm
Im August 2004 stirbt der 38jährige Nigerianer Edwin Ndupu in der Justizanstalt Stein an den Folgen einer „Amtshandlung“. Dass jene, die ihn zu Tode geprügelt haben nicht zur Rechenschaft gezogen werden, entspricht einem österreichischen Muster. Aber auch den Vorstellungen von Gewalt, Unterdrückung und Diktatur. Ihr Auftraggeber ist das Justizministerium. Unabhängige Experten werden zur Wahrheitsfindung nicht zugelassen...

Mike Markart

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