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ausgabe #70. kolumne. evelyn schalk

abräumen!


„We tend to underestimate the political power of physical places“ (Michael Kimmelman)

„Die Stadt ist ein Raum, in dem die Machtlosen Geschichte schreiben können“ (Saskia Sassen)


Zwischen diesen beiden Polen spannt sich unsere neue Serie: Auf der einen Seite die immense Kommerzialisierung von öffentlichem Raum und die daraus resultierende Hierarchisierung, die wiederum die bekannten kapitalistischen Ausschlussmechanismen in Gang setzt und widerspiegelt: Teilhabe wird an Vermögen geknüpft. Auf der anderen Seite das, angesichts der weltweit verschärften sozialen Konflikte, wieder in Aktion tretende Bewusstsein, wie sehr öffentlicher Raum immer politischer Raum ist und die daraus entstehenden Gegenbewegungen – ungezählt und unendlich vielfältig.
Wenn Hannah Arendt festhielt, dass „bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts Besitz- und Vermögensqualifikationen die unerläßliche Bedingung für Zulassung zum politischen Raum und für den Genuss der vollen Bürgerrechte“ waren, erlangt dieser Zustand aktuell wieder traurige Gültigkeit. Die tödlichen Grenzen verlaufen um ganze Kontinente und zwischen zwei Straßenseiten.
Die zahlreichen Mechanismen von Privatisierung, Reglementierung und öffentlicher Un/Sichtbarkeit ebenso offen zu legen wie die unterschiedlichen Strategien, diesen entgegen zu wirken, sind Gegenstand dieser Reihe, der bereits eine langfristige, kommunikative Beschäftigung mit der Thematik vorangegangen ist und die nun in Kooperation mit der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik realisiert wird.
In diesem Rahmen entstandene und entstehende Beiträge, Interviews, Kommentare... werden hier zu lesen sein, eng verschränkt mit umfassenden, online unter http://ausreisser.mur.at/abraeumen, publiziertem Material verknüpft und zur Verfügung gestellt. So entsteht ein kritisches Geflecht, das von Ausgabe zu Ausgabe weiter wächst, Raum für Raum für Menschen beansprucht, erobert, reflektiert, diskutiert und im städtischen wie virtuellen gleichermaßen für Be- und Auseinandersetzung sorgt.
Wie nötig sowohl das eine als auch das andere ist, zeigt jeder Schritt vor die eigene Haustüre – sofern man eine solche besitzt. Dieser Schritt ist bereits eine Grenzüberschreitung und kann ganz rasch zum Trespass, zur Grenzübertretung werden. Was als solche definiert wird und wer definiert, auch darum wird es an dieser Stelle gehen. Um den Schritt vom Haben zum Sein. Utopie? Keineswegs und unbedingt. Es gilt: „Nothing replaces people taking to the streets“.


Evelyn Schalk            


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